Kinder von Alkoholikern
In Familien mit Alkoholproblematik gibt es für die Kinder kaum Aufmerksamkeit. Der süchtige Elternteil kreist mit seinen/ihren Gedanken um den Alkohol. Der andere Elternteil kreist mit seinen/ihren Gedanken um den Süchtigen. Die Bedürfnisse der Kinder fallen dabei häufig unter den Tisch. Sie fühlen sich oft für ihre Eltern verantwortlich und übernehmen früh Aufgaben, für die sie noch viel zu klein sind. Sie erledigen z. B. den Haushalt, versorgen jüngere Geschwister, kontrollieren den Alkoholkonsum des süchtigen Elternteils, besorgen Alkohol oder gießen Alkohol in den Abfluss. Oft verhalten sich die Kinder, als wären sie die Eltern ihrer Eltern.
In einer alkoholkranken Familie ist nichts sicher
Wenn Zuneigung und Aufmerksamkeit davon abhängig sind, ob und wie viel der alkoholkranke Elternteil getrunken hat, wird die Unsicherheit zur oft einzigen Konstante im Leben der Kinder. Alkoholiker/innen lieben ihre Kinder, sie unterliegen aber aufgrund ihrer Krankheit häufigen Stimmungswechseln. Die Kinder werden durch dieses emotionale Wechselbad stark verunsichert. Wie Seismografen versuchen sie, jedes Anzeichen für eine drohende Stimmungsschwankung zu erkennen und sich darauf einzustellen. Letztlich sind sie aber der Unberechenbarkeit der Familiensituation ausgeliefert.
