Zahlen: Kinder aus Suchtfamilien sind keine Randgruppe
In Deutschland leben schätzungsweise 6 Millionen erwachsene Menschen, die als Kinder in süchtigen Familien aufwuchsen. Ca 2,65 Millionen Kinder unter 18 Jahren leben aktuell mit alkoholkranken Eltern zusammen. Hinzu kommen ca. 40.000 Kinder drogenabhängiger Eltern. Durchschnittlich jedes 5,6. Kind (17,6 %) ist von der Suchtkrankheit in der Familie betroffen.[1]
Die Zahl der Kinder, die unter nichtstofflichen Süchten im Elternhaus leiden (Spielsucht, Sexsucht, Arbeitssucht, Co-Abhängigkeit), lässt sich nicht quantifizieren. Es muss davon ausgegangen werden, dass ca. 10 Prozent der Bevölkerung Deutschlands in ihrer Kindheit durch ein familiäres Suchtproblem belastet wurden bzw. akut belastet sind. Kinder aus suchtbelasteten Familien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine spätere eigene Suchterkrankung und tragen eine Reihe weiterer Gesundheitsrisiken. Nach amerikanischen Studien verursachen Kinder suchtkranker Eltern um 32 Prozent höhere Gesundheitskosten als Kinder aus nichtsüchtigen Familien.
Nach Schätzung der Bundesdrogenbeauftragten (2003) leiden in Deutschland pro Jahr etwa 10.000 Neugeborene an den gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums ihrer Mütter während der Schwangerschaft. Bei jährlich bis zu 2.000 Kindern äußern sich die Schädigungen mit körperlichen Deformierungen und geistig-seelischen Behinderungen im Krankheitsbild des Fetalen-Alkohol-Syndroms (FAS).

